Haltung und Pflege


 

Zur Haltung eignen sich dichtschließende Glas- oder Plastikbehälter (Plastikaquarien oder -terrarien, große Haushaltsdosen, selbstgeklebte Glasbehälter mit Lüftungsöffnungen etc.

Ein Behälter für 2 Fauchschaben sollte eine Mindestgröße von ca. 30x20x20 cm haben. Besser sind jedoch größere Behälter mit mehreren Tieren, da man dann das interessante Verhalten gut beobachten kann.

Als Bodensubstrat kann man Laubstreu und Rindenstücke, lockere Erde, Rindenmulch oder zerschredderte Zweige u.ä. verwenden. Auf jeden Fall muss man vermeiden, dass mit diesen Materialien Schadstoffe (z.B. Insektizide bei Rindenmulch) eingeschleppt werden, da die Tiere an nahezu allen Materialien „knabbern“. Laubstreu u.ä. Materialien sollte man vor dem Gebrauch länger trocken lagern, so dass keine unerwünschten Mitbewohner eingeschleppt werden. Der Boden wird ab und zu angefeuchtet (besprüht), sollte aber nie nass sein. Eine Luftfeuchtigkeit von ca. 60% ist ideal, es wird aber auch trockenere Luft vertragen.

Die Behältereinrichtung und -strukturierung wird so gestaltet, dass die Tiere ihrem artgemäßen Verhalten entsprechend klettern können, Männchen die Möglichkeit haben, Reviere zu gründen und Weibchen, unterlegene Männchen und Jungtiere sich tagsüber unter Laub, Rindenstücken u.ä. verstecken können. Dazu werden größere Rindenstücke, Steine und Kletteräste verwendet. Das Bodensubstrat braucht bei nicht zu starker Besetzung nur ca. alle 4-5 Monate gewechselt werden. Kellerasseln als „Untermieter“ leisten gute Dienste bei der „Bodenpflege“. Sie können selbst auch gut im Unterricht eingesetzt werden.

Da Fauchschaben aus den Tropen kommen, brauchen sie Temperaturen zwischen 23 und 28°C. Nur dann zeigen sie ihr komplettes artgemäßes Verhalten. Bei Dauertemperaturen unter 18-20°C. sind die Tiere weniger aktiv und zeigen kein Fortpflanzungsverhalten. Zur Heizung der Behälter eignen sich Kohlenfadenlampen, Keramik-Heizstrahler oder Heizmatten und Heizkabel. Die Aufstellung über einem Heizkörper ist eine weitere Möglichkeit Heizmatten und Heizkabel sollten so angebracht sein, dass die Schaben sie nicht „anknabbern“ können. Verfüttert werden verschiedene Gemüse- und Salatsorten, Obst und Blätter von Laubgehölzen. Wie schon erwähnt, fressen sie auch an verrottendem und trockenem Pflanzengewebe, doch sollte man aus hygienischen Gründen (um dem Befall z.B. mit Milben vorzubeugen) möglichst nur frisches Futter verwenden und übriggebliebenes entfernen. Zusätzlich kann man z.B. pelletiertes Hundefutter füttern, um einen möglichen Bedarf an tierischem Eiweiß abzudecken. Wird regelmäßig Feuchtfutter gegeben, so erübrigt sich eine Tränke.

Um einer zu starken Vermehrung der Tiere Einhalt zu gebieten, kann man die adulten Tiere nach Geschlechtern trennen und sie nur für Beobachtungen des Sozialverhaltens zusammensetzen.